Verein Kinderkrippe Kindergarten Schule

Unterstufe


Klassenlehrer sein


Der Klassenlehrer sieht seine Schüler heranwachsen. Er darf sie in ihrer Entwicklung begleiten, 8 Jahre lang, von der 1. bis zur 8. Klasse, jeden Tag. Er lernt sie kennen, in ihrer individuellen Art, mit ihren Familien. Das schafft Vertrauen, Verbindlichkeit. Das ist viel in unserer schnelllebigen Zeit.


In Epochen unterrichten


Der Klassenlehrer unterrichtet die allgemein bildenden Fächer wie Mathematik, Deutsch, Sach-und Naturkunde. Drei bis vier Wochen lang, in einer Epoche, konzentrieren sich alle auf einen Lernbereich. Das ist zeitökonomisch, lädt ein zu verweilen, nicht nur am Stoff vorbeizuhasten, sondern ihn zu vertiefen. In diesen 2 Unterrichtsstunden wird das ganze Kind angesprochen, durch rhythmischen Beginn, durch gestaltetes Lernen (aufnehmen, verdauen, wiederholen, üben, vertiefen), durch das Gemüt ansprechendes Erzählen zum Abschluss des Hauptunterrichtes.

 

Klassengröße

Die Größe der Klassen liegt in der Regel zwischen 36 und 40 Kindern. Diese Zahl gilt für den Hauptunterricht. In den anderen Fächern (Fremdsprachenunterricht ab der 5.Klasse) sind die Kinder halbiert oder sogar gedrittelt.

 

Das bewegliche Klassenzimmer

Die Erfahrungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der eingeschulten Kinder zu wenig Möglichkeiten hat, sich in seinem alltäglichen häuslichen UmfeldKlassenzimmer mit Bänken, die auch als Tische verwendbar sind so zu bewegen, dass die ganze Breite der Basissinne geschult werden könnte. Viele Kinder können nicht rückwärts schreiten oder das Gleichgewicht beim Schreiten auf einer geraden Linie halten. Oftmals sind Haltungsschäden, Übergewicht oder Gleichgewichtsstörungen festzustellen. Deshalb haben Sinnesschulung und Bewegung an unserer Schule ein großes Gewicht. Eine vielfältige Bewegungsschulung fördert allgemein die positive Entwicklung des Lebenssinnes, bildet Selbstvertrauen, Selbstsicherheit und Lebenskraft.

 

Wie kann also eine Unterrichtsform so verändert werden, dass die genannten Anforderungen annähernd erfüllt sind?

Zweitklässler beim Balancieren auf umgedrehten BänkenDie herkömmlichen sperrigen, schweren Tische und Stühle füllen das Klassenzimmer aus. Dadurch können tendenziell Enge, Unbeweglichkeit, Grenzen, Sperren und damit auch eine Distanz zueinander verursacht werden.

Im Herbst 2004 ersetzten wir dieses Mobiliar in den Klassenzimmern der Erst- und Zweitklässler durch kleine Bänke. Diese sind so leicht, dass sie von den Kindern selbst  geschwind bewegt werden können. So werden sie aus der frontalen Stellung  entweder zu einem Kreis, in Gruppen oder zu einer großen Tafel aufgestellt. Selbst ein kleiner Bewegungsparcours lässt sich daraus rasch formen, indem z. B. die Bänke, umgedreht aneinander gestellt, als Balancierbalken dienen. Ebenso einfach kann ein Kriechtunnel, ein Kletterturm oder eine Rutsche gebaut werden. Zu dieser Art Ausstattung gehören auch Sitzkissen anstelle herkömmlicher Stühle.Die Kinder sitzen darauf, wenn sie schreiben. Alle Schulranzen befinden sich stets in einem Regal entlang der hinteren Zimmerwand. So ist Platz geschaffen für die „Manege“. Dann stehen die Bänke im Kreis, wo rhythmisches Sprechen, Tänzchen, Spiegelungsformen, Theaterszenen, das Rechnen im Umgang mit verschiedenen Materialien und in größeren Mengen und vieles mehr für jedermann sichtbar geübt werden kann. Selbst das Zuhören während des Erzählens bekommt eine besondere Qualität, wenn jeder jedem ins Angesicht sehen kann. Wenn es zur Pausenzeit regnet, vespern wir gerne im Klassenzimmer. Dann stellen wir alle Bänke zusammen, setzen uns im Reitersitz auf unsere Kissen um die eine große Tafel und erfahren so die Gemeinsamkeit beim Essen zu Tisch.

Das mobile Klassenzimmer ermöglicht viele andere Formen des Unterrichtens. Es führt zu einer Verlebendigung, zu mehr Kreativität, zu erheblich größeren Bewegungsmöglichkeiten, zu fließenden Kontakten. Auch der/die Lehrer/in bleibt in Bewegung! Kinder und LehrerIn kommen gemeinsam täglich auf immer neue Ideen und begegnen sich auf vielfältigste Weise. Dadurch kann das einzelne Kind auch umfassender und intensiver wahrgenommen werden. Ein weiterer hoch zu schätzender Vorteil ist, dass der/die Lehrer/in problemlos an jeden einzelnen Platz des arbeitenden Kindes herantreten (keine Stühle, keine Schulranzen) und ihm die erbetene oder für notwendig erkannte Hilfe zukommen lassen kann.